Artgerechte Kaninchenhaltung heißt keine Käfighaltung!


Autorin: Kathi





Kaninchen sind keineswegs die kleinen, ruhigen, anspruchslosen Hausgenossen, für die sie oft gehalten werden. Sie sind lebendige, quirlige Wesen mit Bedürfnissen. Eines dieser Grundbedürfnisse ist der Platz. Kaninchen haben einen ausgeprägten Bewegungsdrang und die Folgen aus Käfighaltung sind vielseitig: Verkümmerte Muskulatur, chronische Krankheiten, Frustration und Aggression, sowie Verhaltensstörungen sind nur einige davon.

Viele Kaninchen werden aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit nicht artgerecht gehalten. „Sie sterben ja nicht daran!“ ist dann die oft gehörte Meinung der Besitzer. Doch ich frage dich: Müssen die Kaninchen erst sterben, damit wir merken, was wir hätten besser machen können? Jeder macht Fehler, das ist kein Verbrechen. Aber mit dem Wissen was man falsch macht, es nicht zu ändern, das ist fatal und leiden müssen die Tiere... Sehr häufig stumpfen Tiere einfach ab – und das nehmen wir am wenigsten wahr, weil wir oft gar nicht bemerken und wissen, wie intelligent sie sein können.




Wie mache ich es richtig?

Mindestens 2m² (Außenhaltung 3m²) dauerhaften Platz auf einer Ebene pro Tier mit zusätzlichem Auslauf!



Kein handelsüblicher Käfig kann diesen Platzbedarf ermöglichen. Außerdem ist diese Regel nur die Mindestangabe, zu viel Platz gibt es nicht und je mehr die Kaninchen sich entfalten können, desto mehr kann man ihr wahres Wesen kennen lernen.

Warum werden dann so viele Kaninchen in Käfigen gehalten?
Der Mythos, dass Kaninchen in einen Käfig gehören, kommt noch aus der Nachkriegszeit. Die Menschen hatten kein Essen und züchteten Kaninchen. Diese lebten in kleinen Ställen, wo sie fett wurden. Ob die Muskeln und die Gelenke verkümmern und das Tier psychisch krank wurde, war ihnen egal. Spätestens nach einem Jahr wurde es ohnehin geschlachtet. Selbst als das Kaninchen aus Haustier bei uns einzog, blieb der Mythos des Käfigs bestehen. Schließlich ist es auch sehr praktisch, sauber und platzsparend einfach einen Käfig in die Ecke zu stellen. Doch dies ist ein egoistisches Denken. Die Kaninchen haben keine Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen oder die Situation zu ändern. Sie nehmen ihr Schicksal hin... Was bleibt ihnen auch anderes übrig?

Meine Kaninchen leben in einem Käfig, aber wenn ich die Tür öffne, springen sie nur mutlos raus und nutzen den Platz gar nicht. Deswegen glaube ich, dass sie den Platz gar nicht möchten/brauchen...
Dieses Verhalten kann mehrere Ursachen haben. Zum Einen sind Kaninchen dämmerungs- und nachtaktiv. Öffnet man die Käfigtür am Nachmittag, ist es so, als wenn man uns Mitten in der Nacht weckt und uns dazu bewegen will, nach draußen zu gehen. Zum Anderen kann es an der offenen Fläche liegen, die Kaninchen eher meiden. Auch bei Wildkaninchen ist dieses Verhalten zu beobachten, sie sind auf freien Flächen Greifvögeln schutzlos ausgeliefert und flitzen lieber durch die Büsche. Außerdem muss die Muskulatur von Käfigkaninchen erst wieder aufgebaut werden.
Gestaltet man allerdings ein Gehege sinnvoll und abwechslungsreich und gibt man den Tieren die Möglichkeit sich dann auszutoben, wann ihnen danach ist, werden sie diese Haltungsform dankbar annehmen.

Wo kann man Kaninchen unterbringen?

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