Die Balkonhaltung


Autorin: Inga





Wenn die Voraussetzungen stimmen, ist ein Balkongehege eine gute Möglichkeit, Kaninchen artgerecht zu halten. Es folgt alles Wichtige, was man beachten sollte, um ein artgerechtes Kaninchenparadies auf einem Balkon zu erschaffen.

Am Besten eignen sich Balkone in Ost, Südost- oder Südwestrichtung. Kaninchen auf einem Balkon in Südrichtung zu halten ist keinesfalls ratsam, da es auf Balkonen in Südrichtung im Sommer schnell viel zu heiß wird und somit auch ein hohes Risiko für einen Hitzschlag besteht. Auch Markisen, Sonnenschirme usw. können gegen die Temperaturen, die im Sommer auf solch einem Balkon herrschen, kaum Abhilfe schaffen. Auch Balkone im Norden und Nordwesten, der sogenannten Wetterseite, sind eher ungeeignet, da es auf solchen Balkonen meist zugig und in der Regel sehr feucht ist. Ein wenig Regen macht Kaninchen zwar nichts aus, aber ständig im Nassen zu sitzen vertragen auch die robusten Kaninchen nicht. Ein Balkon, auf dem Kaninchen leben sollen, sollte unbedingt sehr groß sein, mindestens 2m² pro Kaninchen, besser jedoch mehr. Das große Platzangebot ist sehr wichtig, damit die Kaninchen genug Möglichkeiten haben, sich auszutoben. Besonders in der kalten Winterzeit sind Kaninchen darauf angewiesen, viel zu laufen, denn sie müssen ihre Körpertemperatur durch viel Bewegung konstant halten.

Der Balkon muss auf jeden Fall gut gesichert sein, um Abstürze zu vermeiden, außerdem gibt es auch in der Höhe eines Balkons Gefahren durch Fressfeinde. Marder, Katzen, so wie Greifvögel können Kaninchen auf einem Balkon problemlos erreichen und hätten somit eine leichte Beute gefunden. Die Brüstung wird am Besten mit Vierkantdraht (17x17mm oder 19x19mm) gesichert. Auch nach oben hin muss der Balkon abgesichert sein. Katzennetze sind eher ungeeignet, da sie leicht durchgebissen werden können. Wenn die Brüstung aber schöner aussehen soll, können Bastmatten vor dem Draht befestigt werden. Diese würden aber als alleiniger Schutz, also ohne den Draht , nicht ausreichen. Die Balkonvernetzung ist nicht in jeder Wohnanlage gestattet, also lieber schriftlich vom Vermieter genehmigen lassen.

Der Boden des Balkons ist meistens betoniert oder gefliest, dies ist für Kaninchen nicht geeignet, da solche Böden rutschig und außerdem kalt sind. Durch häufiges Liegen auf kalten Böden können manchmal Blasenprobleme auftreten. Es gibt mehrere Möglichkeiten, einen kaninchengerechten Boden auf einem Balkon zu erschaffen. Eine Möglichkeit ist es, den Boden mit Reis-, Maisstrohmatten oder Baumwollläufern auszulegen. Es bieten sich aber auch Terrassen-Dielenbretter an, auf solch einem Boden rutschen Kaninchen nicht, er ist pflegeleicht und isoliert gegen Kälte vom Boden her. Eine weitere gute Möglichkeit ist es, Rindenmulch, Streu oder Erde auszulegen, es sollte aber darauf geachtet werden, dass der Bodenbelag nicht unter der Brüstung auf darunter liegende Balkone zu den Nachbarn durchrieselt. Um dies zu vermeiden, kann man eine Einfassung für den Bodenbelag bauen. Man sollte keinen Kunststoffrasen verwenden, denn er weist viele Nachteile auf: Er ist sehr schlecht sauber zu halten und schädlich, wenn die Kaninchen ihn anknabbern. Außerdem ist es sehr unangenehm für Kaninchen, darauf zu laufen, es „pickst“ an den weichen Pfoten, es können dadurch sogar Druckstellen oder Entzündungen an den Pfoten entstehen.

Ein „Kaninchenbalkon“ muss abwechslungsreich eingerichtet sein, auf jeden Fall brauchen die Kaninchen eine wetterfeste Schutzhütte. Tipp: Um den Kaninchen noch mehr Platz für viel Bewegung zu ermöglichen, kann man eine Schutzhütte bauen, die mehrstöckig ist, so gibt es noch mehr Bewegungsmöglichkeiten nach oben hin. Von Ställen, in denen eine Zinkwanne zur besseren Reinigung ist, ist eher abzuraten, da es in solchen Ställen im Sommer aufgrund der Zinkwanne, die sich durch die Sonne aufwärmt schnell zu heiß wird. Viele andere Einrichtungsgegenstände außerhalb der Schutzhütte sind auch sehr wichtig, es gibt jede Menge Möglichkeiten, den „Kaninchenbalkon“ abwechslungsreich zu gestalten, zum Beispiel erhöhte Aussichtsplätze, Schlafhäuschen, Korkröhren, ausgehöhlte Baumstämme, Möglichkeiten zum Buddeln und vieles mehr. Im Sommer muss darauf geachtet werden, Kaninchen immer ausreichend Schatten zu spenden, ansonsten droht der Hitzschlag. Eine Markise oder ein Sonnenschirm können zum Beispiel Abhilfe schaffen, man sollte aber immer berücksichtigen, dass die Sonne wandert.

Wer Kaninchen, die vorher in der Wohnung gelebt haben, ein Balkongehege erschaffen möchte, sollte darauf achten, seine Kaninchen zur richtigen Zeit nach draußen umzusiedeln. Keinesfalls dürfen Wohnungskaninchen im Winter nach draußen gesetzt werden, da sie in der Wohnung kein schützendes Winterfell gebildet haben, sie würden schwer krank werden oder sogar erfrieren. Am Besten siedelt man Kaninchen im Frühling nach draußen um, so bleibt den Kaninchen genügend Zeit, ihr Winterfell zu bilden. Die Temperaturen dürfen in der Zeit der „Umsiedlung“ auch nachts nicht mehr unter 10°C sinken. Wer all diese Punkte beachtet, wird sich schon bald an glücklichen Kaninchen in einem tollen Balkongehege erfreuen!



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Erreichbar unter kontakt@moehren-sind-orange.de




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