Cilli






Tiere weinen tränenlos, denn sonst hätte die Welt einen Ozean mehr. (Autor unbekannt)

Mit 6 Jahren sollte ich ein Haustier bekommen. Da eine Katze aufgrund der Allergie meines Vaters nicht in Frage kamen, entschieden sich meine Eltern mir Kaninchen zu kaufen. Grundsätzlich gingen wir die Sache nicht verkehrt an. Zuerst bekam ich ein Buch, womit wir uns informierten. Der Haken an der Sache war jedoch, dass eben dieses Buch uns völlig falsche Infos gab und so begannen wir die Kaninchenhaltung mit all den typischen Anfängerfehlern. Es zogen 2 Bauernhofkaninchen ein, Hasi und Lucy, beide weiblich. Wie nicht anders zu erwarten, lebten sie bis zu ihrer Pubertät friedlich miteinander und von einem Tag auf den anderen war damit Schluss. Kämpfe, Übereinanderkugeln, Fellflug, Jagereien und Bisswunden führten zur Trennung der beiden und 6 Jahre Einsamkeit in 2 getrennten Boxen mit Trockenfutter, Nippeltränke und Knabberstangen begann. Ab und zu bekamen sie Heu, hin und wieder sogar Auslauf im Garten und Grünfutter, allerdings selten von mir, denn mein Interesse an den mittlerweile total verfetteten Tieren litt etwas.



Kein sehr glorreicher Einstieg in die Kaninchenhaltung, aber als kleines Kind hinterfragt man so etwas noch nicht. Als die beiden dann kurz nacheinander starben, war ich 12 und wollte trotz vorherigem Desinteresse doch wieder Kaninchen, denn mir wurde klar, dass mir eigentlich doch viel an ihnen lag. Wieder bekam ich ein Kaninchenbuch, diesmal beschäftigte ich mich damit mehr, es war auch viel besser als das alte, somit stand ich vor der Frage 1 oder 2 Kaninchen. Der Egoismus sprach aus mir, als ich mich für eins entschied, denn ein Kaninchen würde sich ja viel mehr für mich interessieren. So trat die 5 Wochen alte Kleinrhönwidderdame Toffi in mein Leben. Auch sie blieb von den Anfängerfehlern aus Unwissenheit nicht verschont, doch sie sollte noch ein anderes Leben kennenlernen!



Denn Toffi war so lieb und so verschmust, lief einem hinterher wie ein Hund, keiner wäre auf die Idee gekommen, dass das eine Verhaltensstörung sein sollte. Wir stritten uns fast, wer sie als nächstes stundenlang auf dem Arm kraulen durfte. Toffi zeigte uns auch ihren Bewegungsdrang. Es war unglaublich! Um aus ihrem Gehege zu kommen, konnten wir sogar beobachten, wie sie sich am Kirschbaum festkrallte (wie auch immer sie das geschafft hat), biss das dort befestigte Netz durch und dann ab nach draußen. So eroberte sie schnell den ganzen Garten. Wir alle liebten Toffi, sie war ein wirkliches Familienmitglied und ein krasser Gegensatz zu Hasi und Lucy fanden wir damals. Wieso also nicht noch mehr kleine Toffis? Sie sollte also gedeckt werden, in diesem Falle kann man ausnahmsweise sagen: Zum Glück! Denn ich begann im Internet zu recherchieren und da fand ich nicht nur Infos über die Trächtigkeit und Aufzucht von Kaninchen, sondern auch zur artgerechten Haltung.

Ich ließ mich nicht lange bitten und krempelte sofort meine komplette Haltung um. Meine Eltern waren schwer zu überzeugen, meine Mutter wollte kein großes, festes Gehege im Garten und mein Vater sah es nicht ein, dass Trockenfutter kein geeignetes Futter sei. 1 Jahr später war es dann geschafft, ich konnte meine Haltung artgerecht nennen. Meine Gruppe wuchs und wuchs und ich lerne immer mehr dazu. Also begann ich mit der Aufklärungsarbeit auf schülerVZ, wo auch ich erstmals auf meine Missstände hingewiesen wurde. Denn ich dachte mir, wenn ich so viele Fehler aus Unwissenheit gemacht habe, sind viele andere sicher auch dankbar, wenn ich sie darauf aufmerksam mache. Schnell lernte ich auch die beratungsresistenten Menschen kennen, oder Leute, die älter waren als ich und mich mit meinen 14 Jahren nicht ernst nahmen. Da begann glaube ich der Wunsch in mir Tierärztin zu werden. Viele argumentierten immer mit den Worten „Mein Tierarzt sagt aber…“ „Ich glaube da lieber meinem Tierarzt, der muss es ja wissen“. Daher lag es nahe, wenn ich ernst genommen werden will, muss ich wohl Tierarzt werden.

Und nun sind wir am heutigen Stand angekommen. Mittlerweile bin ich 21 Jahre alt, studiere im 5. Semester in Hannover Veterinärmedizin und habe momentan 6 Kaninchen in 2 Gruppen. In all den Jahren und auch rückblickend auf meine ersten Tiere durfte und musste ich viel Erfahrungen sammeln. Mein Desinteresse hat sich selbstverständlich in Faszination und Liebe für diese Tiere gewandelt. Auch sind sie meine Lieblingsmodels, wenn ich meinem Hobby der Tierfotografie nachgehe. Des Weiteren gehören zu uns auch noch 1 Schäfer-Labrador-Collie-Mischlingshund, 5 griechische Landschildkröten, 30 Hühner und 5 Hähne, 2 Puten, 2 Tauben und ein Teich voller Goldfische.

Mein Sommergehege: 25m² + tagsüber Auslauf (die Einrichtung auf dem Bild ist nicht ganz aktuell, da sie immer mal wieder wechselt).



Mein Wintergehege: 12m², von 3 Seiten windgeschützt und überdacht, die Ställe sind alle untereinander über Tunnel verbunden, Auslauf gibt es tagsüber im gesamten Garten.



Die derzeitigen Bewohner davon sind


Linus
Kastrierter Rammler
Zwergwidder, Mantelschecke grau/weiß
*11. Januar 2008



Leloup
Häsin
Hasenkaninchen
*6. Juni 2009



Piuma
Kastrierte Häsin
Weißes Löwenköpfchen
*27. April 2011



Gehege meiner ehemaligen Innenkaninchen, 20m², derzeit noch im Bau, da der unüberdachte Außenbereich mit Erde zum Buddeln noch fehlt, ebenso der Zaun für den Auslauf.



Hier leben

Auri
Häsin
Dalmatinerrex
*2. Januar 2012



Dino
Kastrierter Rammler
Rotes Löwenköpfchen
*23. Februar 2008



Puka
Häsin
Hototlöwenköpfchen
*7. Juli 2013



Gefüttert wird im Sommer Wiese, Zweige und Heu, im Winter Gemüse, Trockenkräuter und Heu. Bei Bedarf Sämereien.






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