Cheyletiellose/Milbenbefall


Autorin: Inga









Allgemeines
Milben sind die häufigsten bei Kaninchen anzutreffenden Ektoparasiten, welche sich auf deren Haut ansiedeln. Je nach Art entwickelt sich eine Generation innerhalb von 9-12 Tagen, demzufolge steigt der Parasitenbestand unter für ihn günstigen Lebensbedingungen in recht kurzer Zeit in die Millionen und schränkt die betroffenen Kaninchen dementsprechend ein. Ein weiterer Faktor, der insbesondere Raubmilben problematisch macht, ist die Tatsache, dass diese gelegentlich Überträger der Myxomatose sein können.

Ursachen
Der Erreger der Cheyletiellose ist die Raubmilbenart Cheyletiella parasitovorax, welcher in den obersten Hautschichten des Kaninchens parasitiert und sich dort von Hautschuppen ernährt. Die Übertragung erfolgt durch den direkten Körperkontakt mit infizierten Tieren.

Symptome
Ausschließlich bei starkem Befall zeigen die Kaninchen Symptome wie starken Haarausfall, leichte Hautrötungen und die Bildung von weißen Schuppen, welche sich stetig vermehren. Der bevorzugte Bereich der Raubmilben, wo auch die eben genannten Symptome zu finden sind, ist der Rücken im Schulterbereich. In späteren Stadien können sich die Raubmilben jedoch auch auf anderen Körperregionen ansiedeln. Juckreiz besteht in vielen Fällen nicht.

Verlauf
Die Cheyletiellose kann lange Zeit symptomlos verlaufen. Krankheitsanzeichen werden meist erst bei einem geschwächten Immunsystem, also bei älteren, gestressten oder bereits anderweitig erkrankten Kaninchen, gezeigt.

Falls eine Symptomatik erkennbar wird, beginnt sie mit leichter Hautrötung, Haarausfall und Schuppenbildung im Schulterbereich des Kaninchens und im fortgeschrittenen Stadium werden die Schuppen schließlich zu dicken Schuppenbelägen, welche sich auch über den Schulterbereich hinaus entwickeln. Bei einem derart starken Befall leiden die betroffenen Kaninchen oft zusätzlich unter Juckreiz.

Behandlung
Nach gestellter Diagnose durch Betrachten des charakteristischen klinischen Bildes und ggf. der mikroskopischen Untersuchung von Hautgeschabseln oder Abklatschpräparaten wird der Tierarzt folgende Medikamente verschreiben:
- Selamectin/Stronghold® (wirkt in 3-4 Wochen der Vermehrung der Milben entgegen)
- Ivermectin/Ivomec® (Injektion oder auf den Nacken auftragen)

Bei der Behandlung der Cheyletiellose müssen stets alle Kaninchen in der Gruppe behandelt werden, da es ansonsten zu einer ständigen gegenseitigen Neuansteckung käme. Besteht Juckreiz, so werden die Kratzwunden vom Tierarzt ebenfalls versorgt und der Juckreiz und die Schmerzen werden behandelt um weiteren Kratzwunden entgegenzuwirken und außerdem das Leiden der Tiere zu vermindern.

Ebenfalls bewährt hat sich der Naturstoff Kieselgur, welcher aus Kieselalgen gewonnen wird und einem Milbenbefall rein mechanisch entgegenwirkt - gemäß einiger Erfahrungen sogar besser als die Medikamente, welche Tierärzte in der Regel verschreiben, da Kieselgur im Gegensatz zu vielen anderen Mitteln kein Nervengift ist und somit nicht zu Resistenzen der Milben führen kann. Kieselgur kann man aus dem Internet (z.B. Ebay) oder aus Drogerien (Kieselerde-Pulver) beziehen. Wichtig ist dabei allerdings, dass das Kieselgur eine feine Konsistenz hat, denn ansonsten wirkt es nicht richtig. Bei der Behandlung mit Kieselgur ist auf eine absolut trockene Umgebung zu achten, da das Mittel bei Nässe oder schon geringer Feuchtigkeit seine Wirkung verliert. Es reichen bereits kleine Mengen an Kieselgur vollkommen aus, größere Mengen würden durch den Staub nur unnötig die Atemwege belasten. Diese kleine Menge gibt man am besten auf ein Tuch und streichelt es in das Fell des Kaninchens ein, auch gegen den Strich. Anschließend wird das Kieselgur auf dem gesamten Kaninchen verteilt. Bereits nach ca. 2 Tagen sollten die Milben verschwunden sein, ansonsten kann die Behandlung mit Kieselgur ggf. nach 10 Tagen Pause wiederholt werden.

Badezusätze sind hingegen keine sinnvolle Behandlungsmethode, da ein Bad die Kaninchen extrem stresst und auf diese Weise die Vermehrung der Milben wiederum begünstigt wird, sobald die Wirkung der Medikamente nachgelassen hat.

Warnung: Manche Tierärzte verschreiben Fipronil/Frontline®/ zur Behandlung eines Milbenbefalls. Dieses Mittel ist für Kaninchen jedoch verboten und auch vollkommen ungeeignet, da es sich bei Fipronil um ein starkes Nervengift handelt, welches dauerhafte Schäden nach sich zieht. Auch natürliche Milben-Medikamente sind mit Ausnahme von Kieselgur ungeeignet.

Vorbeugemaßnahmen
Zur Vorbeugung sollte auf ein sauberes und hygienisches Gehege geachtet und außerdem, wenn möglich, der Kontakt zu infizierten Tieren vermieden werden.


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Erreichbar unter kontakt@moehren-sind-orange.de




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