Warum sollte ich keine Trockenfuttermischungen aus dem Supermarkt an meine Kaninchen verfüttern?


Autorin: Kathi







Auch wenn die Kaninchen diese Mischungen offensichtlich gern fressen, so heißt dies noch nicht, dass sie sie auch brauchen oder es gar gesund für sie wäre!

Das Problem der meisten Futtermischungen aus dem Zoofachhandel oder aus dem Supermarkt ist, dass sie getreidehaltig und damit dauerhaft schädlich für die Tiere sind. Sie enthalten Salze, Gemüseabfälle, Zucker, Honig, gefärbtes kleingemahlendes Getreide und Brotreste.

Der Irrglaube, Trockenfutter füttern zu müssen, stammt dem "Bedarf" der industrialisierten Massentierhaltung. Bevor die Kaninchen verfetten konnten, ihre Verdauung geschädigt wurde oder ihre inneren Organe durch Verfettung zerstört wurden, wurden sie geschlachtet. Seit einigen Jahren werden sie mit bunten Verpackungen und allerlei Marketingtricks - zu völlig überteuerten Preisen - dem gutgläubigen Heimtierhalter angeboten, der meint, seinem Tier etwas Gutes zu tun. Erst in den letzten Jahren haben engagierte Tierärzte sowie Tierernährungsspezialisten auf diese Missstände hingewiesen. Und erst seit kurzem werben innovative Futtermittelfirmen mit getreidefreiem Futter.

Die Folgen dieser Ernährung sind verheerend. Die Stärke und das zuckerhaltige Futter senkt beim Kaninchen den pH-Wert der Darmflora und führt bei übermäßigen Verzehr über einen längeren Zeitraum sogar zu einer Schädigung des Darms. Chronischer Durchfall, Fliegenbefall und Trommelsucht sind keine Seltenheit. Frisst das Kaninchen diese Futtermischungen wird es schnell satt und nimmt weniger Heu oder Wiese zu sich. Damit ist der nötige Zahnabrieb nicht mehr gewährleistet und die Zähne können schmerzhaft in das Zahnfleisch oder in die Zunge wachsen. Eine Zahnfehlstellung ist nicht wieder korrigierbar, das Kaninchen muss ständig (meist alle 2 Wochen) zum Tierarzt zum Zähneschneiden. Durch den schnell gefüllten Magen entsteht eine Hungerpause und die rund 80 Mahlzeiten am Tag, die Kaninchen normalerweise zu sich nehmen, werden nicht mehr eingenommen. Die dünne Magenwand kann durch diese Überfüllung reißen. Durch das energiereiche Futter werden die Kaninchen schnell zu dick. Sie werden träge, die Gelenke werden nicht mehr genutzt und es können Herzprobleme auftreten. Diese Folgen können zu ernsten schweren Krankheiten oder zum früheren Tod der Tiere führen.

Die Tatsache, dass der zoologische Fachhandel seit Jahrzehnten das Körnerfutter für Kaninchen mit großem Erfolg verkauft, liegt am billigen Rohstoff und seiner einfachen Verarbeitung. Die Folgeerscheinungen dieser Fütterung treten nicht unmittelbar auf und die Folgen zeigen sich erst im Laufe der Zeit, meist erst nach Jahren.

Auch wenn man kein Getreide im Futter erkennen kann, kann trotzdem gemahlenes Getreide enthalten sein. Schaue immer auf die Zutatenliste. Wer sein Kaninchen artgerecht ernähren möchte, sollte auf jegliche Form von gemahlenen getreidehaltigen Futter verzichten und frische Wiese (alternativ Heu), Gemüse, etwas Obst und ein paar Kräuter verfüttern.

Möchtest du bei der Ernährung deines Kaninchens nicht ganz auf Trockenfutter verzichten, empfehlen wir eine tägliche kleine Menge an getrockneten Gemüse oder Heucobs. Gerade in der Außenhaltung im Winter sind diese getreidefreien Futtermischungen hilfreich. Für eine gesunde Ernährung sind sie jedoch nicht notwendig und das frische Gemüse wird dadurch nicht ersetzt! Es kann höchstens zusätzlich gefüttert werden. Mehr lesen...

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