Impfungen können Leben retten


Autorin: Cilli







Eine Impfung veranlasst eine Antikörperbildung gegen den injizierten Erreger, das heißt eine Infektion wird durch die Impfung stimuliert. Hierbei unterscheidet man eine aktive Immunisierung, bei der der Impfstoff aus abgeschwächten oder abgetöteten Krankheitserregern besteht und das Kaninchen selbst die Antikörper dazu bildet. Bei der passiven Immunisierung werden direkt Antikörper gegen die besagte Krankheit verabreicht. Alle für Kaninchen erhältlichen Impfstoffe basieren in Deutschland auf der aktiven Immunisierung.

Deshalb ist es sehr wichtig, dass das Immunsystem des Kaninchens, das geimpft werden soll, nicht schon vorher beeinträchtigt ist. Eine Impfung wirkt nur dann am besten und macht Sinn, wenn das Tier in einer guten Verfassung ist. Bei kranken Tieren ist ein Impferfolg nicht vorhersehbar.

Es empfiehlt sich daher vor der Impfung eine Allgemein Untersuchung (Zähne, Nase, Augen, Ohren, Herz, Lunge, Haut und Fell, Bauch, Temperatur) durchführen zu lassen und eine Kotprobe abzugeben. Nur wenn das Kaninchen für rundum gesund befunden wurde, sollte geimpft werden. Kein guter Tierarzt impft, ohne das Tier vorher gründlich durchgecheckt zu haben! Nach der Impfung sollte man seine Kaninchen gut beobachten, falls eine Impfreaktion oder Unverträglichkeit gegen den Impfstoff auftritt. Eine kleine Schwellung an der Einstichstelle ist ganz normal, sollte aber nach spätestens 3 Wochen wieder abgeklungen sein.

Generell ergänzen Impfungen nur die Hygiene- und Haltungsmaßnahmen, bei einer schlechten Haltung schützt auch eine noch so gute Impfung nicht vor Infektionen.

Wogegen sollten Kaninchen geimpft werden?

Myxomatose oder Kaninchenpest
Rabbit haemorrhagic disease (RHD) oder Chinaseuche


Es ist auch möglich gegen Kaninchenschnupfen zu impfen. Allerdings wird bei einer erfolgreichen Impfung nur die Immunität gegen 2 Schnupfenerreger, Pasteurella multocida und Bordetella bronchiseptica erreicht. Oft kommt es durch die Impfung auch zum Ausbruch des Schnupfens, weshalb diese Impfung sehr umstritten ist. Gegen andere Schnupfenerreger ist die Impfung nicht wirksam.

Wann, wie oft und womit sollte man seine Kaninchen impfen lassen?
Die beste Zeit seine Kaninchen impfen zu lassen ist im Frühjahr, da zu dieser Zeit wieder vermehrt Mücken, Zecken und andere möglichen Krankheitsüberträger unterwegs sind und die Infektionsgefahr über verfütterte, gepflückte Wiese steigt. Häufig werden in diesem Zeitraum auch von Tierärzten Impftage angeboten, an denen das Impfen billiger ist.

Myxomatose
ab der 4. Woche ist eine Impfung möglich

Auffrischung nach 6 Monaten, falls der alte Impfstoff, meist Cunivak Myxo, verwendet wurde

Auffrischung nach 1 Jahr, falls der neue Kombiimpfstoff, meist Nobivak Myxo-RHD, verwendet wurde
RHD
ab der 6. Woche ist eine Impfung möglich, falls das Muttertier geimpft war, besteht bis zur 12. Lebenswoche noch deren Impfschutz

Jährliche Auffrischung, egal ob „Cunivak RHD“ oder der Kombiimpfstoff verwendet wurde
Kaninchenschnupfen
ab der 4. Woche ist eine Impfung möglich

Halbjährliche Auffrischung nötig, meist durch Cunivak Past


Was bewirkt die Impfung?
Die Bildung der Antikörper durch eine aktive Immunisierung sorgt bei einer Ansteckung von Myxomatose für einen vermilderten Infektionsablauf und eine Behandlungschance. Die Impfung verhindert nicht die Ansteckung an sich! Anders verhält es sich bei der Impfung gegen RHD, hier verhindert diese in den meisten Fällen die Erkrankung und Tod bei Kontakt mit einem RHD Erreger.

Eine Impfung mit dem Kombiimpfstoff von Nobivac Myxo-RHD verleiht dem Kaninchen 1 Jahr lang Immunität. Die Wirkung beginnt 3 Wochen nach der Impfung.

Eine Impfung gegen Kaninchenschnupfen reduziert die Erkrankung und Sterblichkeitsrate durch die 2 Schnupfenerreger Pasteurella multocida und Bordetella bronchiseptica.

Welche Kaninchen sollten geimpft werden?
Alle gesunden Kaninchen, egal ob aus Innen- oder Außenhaltung. Es ist ein Irrglaube, dass drinnen gehaltene Tiere von diesen Krankheiten verschont bleiben, da die Erreger durch Mücken oder Futterkontamination auch ins Haus gebracht werden können. Auf jeden Fall sollten Kaninchen in Krisengebieten geimpft werden. (siehe Karte) Nicht geimpft werden sollten kranke Tiere, auch Schnupfer oder trächtige Kaninchen.



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