Die Häsinnenkastration


Autorin: Kim Rieger







Unter dem Begriff Kastration wird bei einem weiblichen Tier eigentlich die Entfernung der Eierstöcke verstanden. Umgangssprachlich meint man mit dem Begriff "Häsinnenkastration" jedoch die operative Entfernung der Eierstöcke mit Eileiter und Gebärmutter. Durch diese Wortgleichhalt solltest du vor einem solchen operativen Eingriff mit dem entsprechenden Tierarzt die Begrifflichkeit genau klären und sagen, welchen der Eingriffe du für deine Häsin wünscht. Die Gründe für eine solche Häsinnenkastration sind vielfältig. Einer der Hauptgründe ist die gesundheitliche Vorbeugung von Erkrankungen der Gebärmutter. Krebs in der Gebärmutter kann beim Kaninchen sehr schnell auf andere innere Organe streuen und diese befallen. Dort werden dann Metastasen gebildet, die dann nur noch schwer behandelbar sind. Einige kaninchenerfahrene Tierärzte gehen aufgrund von eigenen Erfahrungen, Studien und Untersuchungen von einer genetischen Veranlagung von Häsinnen zu Gebärmutterveränderungen aus und raten daher zu einer vorsorglichen Kastration bei Häsinnen. Aggressionen gegenüber Artgenossen, häufige Scheinschwangerschaften etc. sind ein Anzeichen für bereits vorhandene Veränderungen der Gebärmutter, mindestens aber für eine Überbelastung der Häsin durch Hormone. Kastrierte Häsinnen sind in der Regel ausgeglichener, da sie ihren Hormonen nicht so ausgeliefert sind, wie unkastrierte Häsinnen.

Vor der Kastration sollte einige Zeit lang (min. eine Woche) keine Futterumstellung mehr gemacht werden, da der Magen-Darm-Trakt bei einem solchen Eingriff nicht überstrapaziert sein sollte. Es sollte darauf verzichtet werden während einer Scheinschwangerschaft zu kastrieren, sofern dies möglich ist und die Häsin nicht dauerhaft scheinschwanger ist oder notkastriert werden muss. Während einer Scheinschwangerschaft ist der Unterleib der Häsin stärker durchblutet. Das Operationsrisiko steigt dadurch an.

Nach der Kastration sollte der Häsin in Absprache mit dem Tierarzt Schmerzmittel und falls notwendig auch ein Antibiotika verabreicht werden. Zudem sollte der Häsin ein warmer Platz zur Verfügung stehen (zum Beispiel eine Rotlichtlampe oder ein Wärmekissen), damit die Gefahr, dass sie auskühlt nicht so groß ist. In der ersten Zeit nach der Kastration sollte eine Häsinnen nicht hoch springen, da die Gefahr, dass die Naht reißt, dann groß ist. Sollte die Häsin an die Naht rangehen, solltest du diese schützen. Dafür empfiehlt sich ein Body, der entweder im Handel gekauft oder selber aus großen Socken, Pulloverärmeln oder Ähnlichem gebastelt werden kann.

Infotext von Inga

Erfahrungsbericht von Kim Rieger

Erfahrungsbericht von Inga



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