Die Narkose


Autorin: Kim Rieger



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Die Narkose ("Betäubung") eines Kaninchens ist in bestimmten Situationen unumgänglich. Zu solchen Situationen zählen zum Beispiel für das Tier sehr unangenehme Untersuchungen und Behandlungen, aber auch chirurgische Eingriffe. Als Narkose wird eine Art "Schlaf" bezeichnen, in welchem die Kaninchen keine Sinnes- und Empfindungswahrnehmung mehr haben. Dinge wie Wärme, Kälte, Geräusche oder auch Schmerz werden von den Tieren in diesem Zustand nicht wahrgenommen. Dieser Schlaf wird durch entsprechende Narkotika herbeigeführt. Ein gewisses Narkoserisiko existiert bei jedem Lebewesen. Durch eine durchdachte Anästhesie und Narkotikadosierung kann dieses Risiko jedoch minimiert werden. In gestressten Situationen haben die Kaninchen ein erhöhtes Narkoserisiko, als Kaninchen die im ruhigen Zustand narkotisiert worden. Deshalb empfiehlt sich nach dem Transport in die Tierarztpraxis eine mindestens zwei- bis dreistündige pränarkotische Ruhezeit einzuhalten, in der das Kaninchen in ruhiger Umgebung die Chance bekommt sich vor der Narkose zu beruhigen.

Es gibt unterschiedliche Narkosemittel, welche beim Kaninchen angewandt werden können. Bei vielen, erfahrenen Tierärzten hat sich die Methode der Inhalationsnarkose am besten bewährt. Hierbei werden die Kaninchen erst leicht beruhigt, mittels eines Sedativums. Danach wird das Kaninchen mit einer Sauerstoff-Isofluran-Narkose betäubt. Der Vorteil an dieser Methode ist die Steuerbarkeit der Narkose und die schnelle Aufwachzeit, die nur wenige Minuten betrifft (bei Narkosedauer von über einer Stunde sind die Kaninchen ebenfalls nach 30 Minute wieder wach). Das Gemisch aus Sauerstoff und einem Narkosegas wird direkt von den Kaninchen eingeatmet, durch eine Sauerstoffmaske. Durch die gut steuerbare Insofluranzufuhr während der Narkose ist hierbei das Narkoserisiko gering.

Die präoperative Vorsorge: Ein Kaninchen sollte, aufgrund der nicht vorhandenen Peristaltik, nicht ausgenüchtert werden vor einer Narkose. Jedoch sollte fünf Tage vor dem Narkosetermin nichts, für das Individuum schwerer verträgliches Futter, verfüttert werden. Futter sollte jedoch grundsätzlich auch vor einer Operation angeboten werden. Sowohl auf dem Weg in die Tierarztpraxis, als auch vor Ort. Das gewohnte Futter solltest du somit mit in die Praxis geben.

Die postoperative Betreuung: Kaninchen sollten, wenn sie wieder zu Hause angekommen sind, sofort in ihre gewohnte Umgebung gesetzt werden, da dies den Stress reduziert. Tiere die nach längeren Operationen zwar wieder ansprechbar, aber noch nicht vollständig munter sind, sollten in der Anfangszeit noch in einem stabilen Bereich (z. B. Transportbox) untergebracht werden. Das Ziel sollte sein, die Tiere so schnell wie möglich wieder in ihre gewohnte Unterbringung zu bringen.

Die Haltung auf Handtüchern ist nach einer Narkose nicht zwangsläufig notwendig, da dies die Gefahr der Aufnahme von Textilien birgt. Eine gewohnte Einstreu ist ebenfalls möglich.

Die Temperatur des Kaninchens sollte beachtet werden. Die Normaltemperatur liegt zwischen 38°C und 39,5°C. Sollte die Temperatur darunter fallen, sollte unter der Unterbringung des Kaninchens ein Heizkissen platziert werden. Fällt die Temperatur darüber sollte die Zimmertemperatur gesenkt werden (wegen der Gefahr eines Hitzeschlags) und Novalgin sollte verabreicht werden (wirkt Fiebersenkend). Ein selbstständiges Verabreichen der Medikamente ist jedoch nur nach Absprache mit dem Tierarzt empfehlenswert!

In den ersten Stunden zu Hause sollte das Kaninchen vollkommen in Ruhe gelassen werden. Je nach Schwere der Operation und Allgemeinbefinden des Patienten kann ein Päppeln notwendig sein. Mehr lesen...



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