RHD


Autorin: Kathi







Allgemeines
RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease) oder auch Chinaseuche ist eine lebensgefährliche Viruserkrankung, die jeder Kaninchenhalter kennen sollte. Erstmals trat die Krankheit in China auf, vor 20 Jahren das erste Mal in Deutschland und mittlerweile ist sie auf der ganzen Welt verbreitet. RHD ist wirtsspezifisch, also für Kaninchen und Hasen gefährlich. Der Mensch und andere Tiere sind immun. Die Krankheit breitet sich schnell, gerade im Sommer, aus und endet in 80-100 % der Fälle tödlich. Der Virus ist anzeigepflichtig, da es zu hohen Tierverlusten kommt.

Übertragung
RHD kann auf viele Weisen übertragen werden. Zum Beispiel über Tröpfen in der Luft, durch andere erkrankte Kaninchen (z. B. Wildkaninchen), durch Menschen (Kleidung, Hände, Schuhe), über Insekten, Milben, Zecken, Läuse, Fliegen und Kaninchenflöhe, sowie Wildvögel, Einstreu, Wasser, Käfiginventar und (selbstgeflücktes) Futter. Bereits 100 Viren reichen zur Infektion aus (auf eine Nadelspitze passen locker Millionen der Viren). Der RHD-Virus bleibt in der Umwelt 3-7 Monate ansteckend. Du siehst, selbst Kaninchen in Innenhaltung und die besten Hygienemaßnahmen können nicht schützen.

Symptome
Es gibt drei Verlaufsformen der Krankheit. Bei der akuten Verlaufsform kommt es nach 1-4 Tagen nach der Ansteckung zu Unruhe, Benommenheit, Atemnot und Flankenatmung, sowie hohem Fieber, Blaufärbung der Schleimhäute, Blutaustritt aus den Körperöffnungen, Appetitlosigkeit, Apathie, Krämpfen und blutiger Durchfall. Die Tiere ersticken nach kurzer Zeit qualvoll. Bei der perakute Verlaufsform zeigt das Kaninchen keine Symptome, es bricht plötzlich zusammen und erstickt unter Atemnotskrämpfen, weit zurück gebogenem Kopf, blutigem und schaumigem Nasenausfluss und Todesschreien. Beim eher mildem Verlauf leidet das Tier unter Unwohlsein, Appetitlosigkeit und Durchfall, erholt sich aber nach ein paar Tagen wieder. Jedoch scheiden die Tiere den Erreger weiterhin aus, sodass Artgenossen ständig gefährdet sind.

Behandlung
RHD ist hoch ansteckend und nicht heilbar. Medikamente können die Symptome höchstens mindern, die meisten Tiere sterben allerdings trotzdem qualvoll.

Schutz
Nur eine jährliche Impfung hilft wirklich gegen diese schlimme Krankheit. Egal, ob sie drinnen oder draußen leben. Die Impfung wird meist problemlos vertragen. Es sollte immer im Frühling und dann zusammen mit Myxomatose geimpft werden. Die Grundimpfung erfolgt ab der 4. – 6. Lebenswoche und wird nach 3-4 Wochen wiederholt. Bei Zucht- und Ausstellungstieren ist die Impfung verpflichtend.

Auch wenn in deiner Gegend keine bekannten RHD-Fälle vorliegen, solltest du unbedingt deine Kaninchen impfen lassen. Impfmüdigkeit führt zu neuen Seuchen, da die Krankheit sich ausbreiten kann und dann im Folgejahr umso schlimmer zuschlagen kann! Sauberkeit und Vorsicht helfen zusätzlich.


Verwaltungskarte Deutschland, Stand: 2014





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