Der Verdauungstrakt des Kaninchens


Autorin: Kim Rieger







Bei dem Kaninchen beginnt die Verdauung, wie auch beim Menschen, bereits in der Mundhöhle. Die sehr scharfen Schneidezähne des Kaninchens trennen die Nahrung, die dann von den Backenzähnen zermahlen wird. Da die Schneidezähne stetig nachwachsen, ist die Abnutzung sehr wichtig, die nur durch eine artgerechte Ernährung ermöglicht wird. Durch verschiedene Enzyme und Bio-Katalysatoren im Speichel beginnt im Mund die Vorverdauung des Nahrungsbreis. Durch die Speiseröhre, die nur zum Transport dient, gelangt der Nahrungsbrei in den Magen des Kaninchens. Im Magen wird der Brei mit Salzsäure versauert und die Proteine quellen auf. Eiweißspaltende Enzyme beginnen dann mit dem Proteinstoffabbau. Wichtig ist hier jedoch, dass der Magen des Kaninchens kaum peristaltische Bewegungen selbstständig machen kann. Der Nahrungsbrei wird somit nur in den Dünndarm weitergegeben, wenn von oben Futter nachdrückt, und ihn weiter schiebt. Es handelt sich um den sog. Stopfdarm. Im vorderen Dünndarm kommen Enzyme und Gewebswasser hinzu, die weitere Verwertungsabläufe durchführen. Später münden auch Ausfuhrgänge der Bauchspeicheldrüse und der Leber in den Dünndarm. Die Leber kann über einen kurzen Zeitraum Blutzuckerüberschüsse in Form von Glykogen speichern, während die Bauchspeicheldrüse den Blutzuckerspiegel reguliert und Enzyme zum Spalten von Fetten (in Glycerin und Fettsäuren) und Kohlehydraten (in Di- und Monosaccharide) freisetzt.

Der größte Teil der Verdauung findet im hinteren Teil des Dünndarms statt. Durch die äußeren, aktiven Darmzotten werden die verwertbaren Zerlegungsprodukte der Nahrung an den Blutkreislauf abgegeben. Beim Übergang vom Dünn- in den Dickdarm gibt es eine Abzweigung in den Blinddarm. Dort werden roh- und balaststoffreichen Pflanzenteilen die Restenergie entzogen und Bausteine aus der Pflanzenzellwand (besonders Traubenzucker aus der Zellulose) werden aufgenommen. Nun wird im Blinddarm der Blinddarmkot gebildet, der weicher ist als der normale Kot des Kaninchens. Dieser Blinddarmkot wird ohne weitere Eingriffe durch den Dickdarm geleitet und ausgeschieden. Das Kaninchen nimmt diesen Kot wieder auf. Bei dem Vorgang entsteht ein Vitamin B-Komplex. Das Kaninchen darf niemals an dieser Aufnahme gehindert werden. Anschließend gelangt der normale Nahrungsbrei in den Dickdarm, welcher zur Wasserrückgewinnung dient. Der Kot gelangt dann in den Enddarm, wird geformt und dann ausgeschieden. Der Kot enthält nun unverdauliche Nahrungsreste, eventuell Nährstoffüberschüsse, sowie auch Abfallstoffe.



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