Verhaltensstörungen


Autorin: Mone







Hat man sich für Kaninchen als Haustiere entschieden, gibt es viele Dinge zu beachten, um sie artgerecht unterzubringen und zu beschäftigen. Wenn die Tiere nicht ihren natürlichen Bedürfnissen nachgehen können, kann es zu enormem Fehlverhalten der Tiere führen, das auch für den Menschen sehr unangenehme Folgen haben kann. Denn aus den fälschlicherweise pflegeleichten Kleintieren können oftmals, aufgrund von falscher Haltung, verstörte Tiere werden, die auch ihrem Halter gegenüber ihr Unwohlsein schmerzhaft deutlich machen können.

Zu den häufigsten Verhaltensstörungen gehören:

  • Das Knabbern an Gitterstäben
    Dieses Verhalten resultiert häufig daraus, dass die Tiere auf deutlich zu wenig Platz gehalten werden und ihr enormer Bewegungsdrang so unterdrückt und verhindert wird und die Kaninchen somit ihren Frust an dem Gitter des Käfigs auslassen. Auch die Einzelhaltung kann zu solch einem Verhalten führen, weil die Tiere sich langweilen und seelisch verkümmern.

  • Dem Halter permanent Hinterherlaufen
    Dieses Verhalten ist vor allem bei einzeln gehaltenen Kaninchen zu beobachten. Sie drücken durch das Hinterherlaufen aus, dass sie sich einsam fühlen und versuchen so, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Viele Halter interpretieren dieses falsch und sind der Meinung, das Kaninchen drücke damit Zuneigung seinem Halter gegenüber aus, doch dieses ist ein Irrtum. Wenn ein Kaninchen die Wahl hat, würde es immer ein anderes Kaninchen vorziehen, was jedoch nicht heißt, dass es nicht zutraulich bleibt.

  • Aggressivität gegen das Partnertier
    Da viele Kaninchen keine ordnungsgemäße Kindheit erlebt haben und schon viel zu früh von Mutter und Geschwistern getrennt wurde, um bestmöglich an neue Halter verkauft zu werden, fehlt ihnen die wichtige Prägephase, in der sie mit etwa 8 Wochen das wichtige Sozialverhalten lernen. Daher ist es hier wichtig zu erwähnen, sich keine Kaninchen aus einer Zoohandlung zu kaufen, da diese Tiere in der Regel alle viel zu jung sind, um bereits verkauft zu werden.

  • Aggressivität gegen den Menschen
    Ist es nicht mehr möglich, die Unterkunft des Kaninchen zu säubern oder Futter hineinzulegen, ohne von einem wildgewordenen, kleinen Tier angegriffen zu werden, ist es höchste Zeit, diese Haltung zu überdenken. Meistens liegt es daran, dass das Kaninchen alleine leben muss, wenig Platz hat und sich somit bedrängt fühlt, oder vom Menschen häufig umhergetragen wird.

  • Überängstlichkeit
    Kaninchen sind von Natur aus eigentlich neugierige Tiere. Ein Verhalten von Überängstlichkeit ist oftmals auf die Einzelhaltung zurückzuführen. Das Kaninchen hat dabei keinen Partner, an dem es sich z. B. orientieren kann oder mit dem es neue Dinge gemeinsam erkunden kann. Auch das Fehlen von schützenden Häuschen oder Tunneln, in die sich das Kaninchen zurückziehen kann, kann Auslöser dafür sein oder das Verhalten sogar noch verstärken.

  • Zwanghaftes Verhalten
    Dazu zählt z. B. zwanghaftes Putzen. Meist machen das Tiere, die mit irgendetwas überfordert oder enorm gestresst sind. Dabei sollte überdacht werden, ob der Standort der Kaninchenunterkunft gut gewählt ist und ob das Tier dort auch zur Ruhe kommen kann.

  • Apathie
    Apathisches Verhalten kann beispielsweise durch eine reizarme Umgebung hervorgerufen werden. Kaninchen brauchen natürliche Reize, um neugierig, aufgeweckt und agil zu bleiben, sonst drohen weitere Verhaltensstörungen aufzutreten.

  • Bewegungsstereotypisches Verhalten
    Dabei laufen die Tiere z. B. immer an einer Käfigseite auf und ab, buddeln monoton in einer Ecke des Käfigs, drehen sich usw.

  • Zerstörungswut
    Wenn das Kaninchen mutwillig und übermäßig Dinge wie Häuschen zerstört, kann das eine Reaktion von Frust sein. Dann liegt es an dem Halter, herauszufinden, was dem Tier fehlt. Auch hier stehen an erster Stelle die Einzelhaltung und mangelnder Platz, die so ein Verhalten nicht selten auslösen können.

  • Selbstverstümmelung/Ausreißen von Fell
    Hier äußert das Kaninchen sein Unwohlsein an seinem eigenen Körper. Dabei kann es sein, dass es sich „nur“ Fell ausreißt, oder sich aber auch schwere Wunden zufügt, sich mutwillig Krallen ausreißt, sich kratzt oder beißt. Auch hier sollte wieder überdacht werden, wie das Kaninchen gehalten wird. Hat es zu wenig Platz? Lebt es alleine? Sollte man aber ein Kaninchen artgerecht halten und trotzdem so ein Verhalten beobachten, ist ein Gang zum Tierarzt unumgänglich.


  • Alles in allem lässt sich nie ausschließen, dass das Kaninchen sich nicht vielleicht auch durch Krankheiten oder Schmerzen wie oben beschrieben verhält. Daher macht es immer Sinn, einen Tierarzt aufzusuchen, der das Tier rundum untersucht und somit Krankheiten oder Schmerzen feststellt oder ausschließen kann. Wenn das Tier jedoch gesund ist, gilt es, die Haltung zu überdenken. Wie man Kaninchen artgerecht unterbringt, ist auf weiteren Seiten von Möhren-sind-orange nachzulesen.



    Gerne unterstützt dich das kompetente Möhren sind orange-Team
    bei Fragen und Problemen rund um die Kaninchenhaltung.
    Erreichbar unter kontakt@moehren-sind-orange.de




    Zurück