Wie wäscht man ein Kaninchen richtig?


Autorin: Cilli



Zunächst einmal sei gesagt, dass ein Kaninchen nur im Ausnahmefall gewaschen oder gebadet werden sollte, da dies enormen Stress für das Kaninchen bedeutet. Da Kaninchen sehr reinliche Tiere sind, ist es im Normalfall auch nicht erforderlich. Ausnahmen sind zum Beispiel eine eingekotete und eingetrocknete Genitalregion durch Durchfall oder festgesetzten Bliddarmkot (Vorsicht Fliegenmaden!), hartnäckige anderweitige Verschmutzungen oder ein schwerer Ektoparasitenbefall. Bei letzterem muss das Tier meist komplett gebadet werden.



Vorbereitungen- Waschutensilien bereitlegen

Benötigt werden: Handtücher zum Unterlegen und abtrocknen, Waschlappen, Waschschüssel, Goldschmierseife (alternativ Babyshampoo, ist aber nicht so wirksam), ggf. Ohrenstäbchen für die Geschlechtsecken, Wattepets, Schere und Bürsten bei hartnäckigen Verfilzungen



Schritt 1 - Waschwasser fertig machen

Eine großzügige Messerspitze Goldschmierseife in lauwarmes Wasser geben und verteilen bis sie sich aufgelöst hat.



Schritt 2 - Kaninchen holen

Das Kaninchen auf ein Handtuch auf den Schoß setzen, sofern es nicht so stark verschmutzt ist, dass es mit dem ganzen Po in der Waschschüssel eingeweicht werden muss. Am besten zieht man sich hierfür alte Kleidung an, da sie nass werden kann.



Schritt 3- Kaninchen umdrehen und fixieren

Das Kaninchen wird vorsichtig auf den Rücken gedreht und dann mit dem Zeigefinger zwischen den Vorderpfoten fixiert. Bei sehr zappeligen Kaninchen bietet es sich an zu zweit zu arbeiten.



Schritt 4- Einweichen

Die verschmutzten Stellen durch Auswringen des Waschlappens gut einweichen und die Seifenlauge einmassieren. Bei größeren, hartnäckigeren Verschmutzungen sollte man das Kaninchen mit dem Po –nie das ganze Kaninchen- in die Lauge setzen und warten bis der Kot gut aufgeweicht ist oder sich sogar abzupfen lässt. Bei leichteren Verschmutzungen reicht auch oft ein einfaches Feuchttuch.



Schritt 5- Verfilzungen abschneiden

Ist alles Kneten und einmassieren vergebens, so hilft nur noch ein Schnitt mit der Schere. Die Schere sollte abgerundete Spitzen haben. Man zieht das verfilzte/verkrustete Fell etwas hoch und schneidet es in ausreichendem Abstand zur Haut ab. Ein unruhiges Kaninchen sollte von einer 2. Person ausreichend fixiert werden.



Schritt 6- Kämmen

Letzte Reste oder leichte Verfilzungen lassen sich gut auskämmen. Damit es nicht ziept immer gut am Fell Richtung Bauchdecke gegenhalten. Für Verschmutzungen direkt auf der Haut nimmt man Wattepets, um die Haut nicht zu reizen.



Schritt 7- Geschlechtsecken kontrollieren

Bei Rammlern sammeln sich in den Geschlechtsecken (rechts und links am Penis) oft Sekrete, die eintrocknen und sich entzünden können. Man kann sie gut mit einem nassen Wattestäbchen vorsichtig entfernen.



Schritt 8- sorgfältig durchspülen

Um die Seifenlauge wieder auszuspülen, wird das Waschwasser weggekippt und mit klarem, lauwarmem Wasser ersetzt. Der Waschlappen wird entweder gewechselt und kurz ausgewaschen. Nach demselben Prinzip wie vorher, wird nun der Waschlappen über dem Kaninchen ausgewrungen, um so die Lauge aus dem Fell zu spülen. Es besteht für die Kaninchen keine Gefahr, falls Rückstände bleiben und sie sich nach dem Waschen dort putzen! Aber das Fell wirkt fettiger und verfilzt wieder leichter.



Schritt 9- Abtrocknen

Die nasse Region wird mit einem feinen Handtuch vorsichtig frottiert und grob abgetrocknet. Dazu können die Kaninchen auch wieder sitzen. Die Feinarbeit übernimmt das Kaninchen beim Trockenputzen. Föhnen sollte vermieden werden, da die Föhnluft die Haut austrocknet. Außenkaninchen können bei kalten Außentemperaturen noch kurz in einer Transportbox in einem kühlen, windstillen Raum bleiben, bis sie trocken sind.



Schritt 10- Trocknungsprozess beschleunigen

Das Fell trocknet schneller wieder, wenn man es im Wechsel vorsichtig brüstet und mit einem Handtuch trocken rubbelt.



Schritt 11- belohnen

Nach all dem Stress haben sich die Langohren eindeutig ein paar Leckerlies verdient!



Das Ergebnis






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